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Sophia Großkopf

 



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Großkopf, Sophia
(Pädagogik/Theologie)

Bachstraße 18k
Raum 035A
07743 Jena

Telefon:03641-9 44093


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Kurzbiographie

  • geb. 22.06.1981 in Meiningen
  • 2000-2007 Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und  der Université Paul-Valèry Montpellier III
    Staatsexamenarbeit zum Thema "Zur Bedeutung des religionspädagogischen Wirkens von Otto Dibelius für die Etablierung des evangelischen Religionsunterrichts zu Beginn der Weimarer Republik
  • 2007-2009 Referendariat in Gera  
  • 2009-2010 Gymnasiallehrerin für Evangelische Religionslehre und Geschichte in Erfurt
  • seit Oktober 2010 Stipendiatin an der Doktorandenschule Laboratorium Aufklärung
  • seit April 2011 ideelle Stipendiatin des Landesgraduiertenkollegs "Protestantische Bildungstraditionen in Mitteldeutschland"

Dissertationsprojekt

Johannes Daniel Falk (1768-1826) und die Sonntagsschule im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

Der in Danzig geborene Johannes Daniel Falk (1768-1826) gründete gemeinsam mit dem Stiftsprediger Dr. Karl Friedrich Horn 1813 einen sozialen Unterstützungsverein "Die Gesellschaft der Freunde in der Noth zu Weimar", die sich verwaister und verwahrloster Kinder und Jugendlicher annahm. In dem entstandenen Rettungshaus errichtete Falk innerhalb kurzer Zeit eine so genannte Bet- und Sonntagsschule, die es erlaubte, die aufgenommenen Kinder sonntags in Gesang, elementaren Grundtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und Bibellektüre zu unterrichten.
Gerade weil die von Falk etablierte Sonntagsschule ein Novum im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach darstellte, wird dies als Anstoß genommen, die Falksche Sonntagsschule und die entstandenen Zweigschulen (Eisenach, Jena u. a.) einer genauen Analyse und Bewertung zu unterziehen. Weshalb Falk auf das von Robert Raikes in Gloucester konzipierte Modell der Sonntagsschule zurückgriff, welche (religions)-pädagogische Konzeption Falk seiner Sonntagsschule zugrunde legte und wie die innere und äußere Gestaltung dieser Schule aussah, sind Fragen, die an dieser Stelle zu klären sind.
Die Erforschung der Sonntagsschule ist ohne Blick auf Falks religiöses Verständnis nicht zu leisten. Aufschlussreich ist dabei, dass sein stets zur Tat gemachter Grundsatz "Handeln aus dem Glauben heraus" in der bedingungslosen Fürsorge und Hingabe an die Schwächsten seiner Zeit, der Kinder und Jugendlichen, zu erkennen ist. Folglich kann die Errichtung der Sonntagsschule im übertragenen Sinne, als eine zur Tat gemachte Predigt verstanden werden. Indem der Glaube das Fundament seines Handelns bildet, bedarf dieser - mit Blick auf die Sonntagsschule - einer näheren Betrachtung.
Da es bislang keine größere systematische Darstellung gibt, welche die Erforschung der Sonntagsschule im Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach behandelt und Falks Verhältnis zum christlichen Glauben als Fundament seines Schaffens berücksichtigt, gilt es nun, diese Forschungslücke zu füllen. Mit Blick auf die Gegenwart bleibt zu betonen, dass heutige Berufsschulen die Ideen Falks in modifizierter Form aufgreifen und umsetzen, ähnlich wie das bereits die Zweigschulen der Freunde in der Not und später Johann Hinrich Wichern ausgeführt haben. Folglich bilden Falks Ideen eine Brücke zwischen vergangenem und heutigem Fürsorgewesen.

Um den genannten Aspekten gerecht zu werden, greift das Forschungsprojekt auf Ansätze jüngerer bildungshistorischer Forschungsarbeiten zurück und ist damit im Rahmen der "Historisch religionspädagogischen Unterrichts- und Bildungsforschung" angesiedelt.

Veröffentlichungen

Großkopf, Sophia: Otto Dibelius und die Etablierung des evangelischen Religionsunterrichts (= Religionspädagogik im Diskurs, 5), Jena 2008.