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Christian Walter M.A.

 



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Walter, Christian
(Erziehungswissenschaft)

Bachstraße 18k
Raum 111
07743 Jena

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Kurzbiographie

- geboren 17.11.1976 in Pößneck

- Studium an Friedrich-Schiller-Universität Jena, Abschluss: Magister Artium
1. Hauptfach     Erziehungswissenschaft
2. Hauptfach     Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Zertifikat    Indonesistik
Magisterarbeit:"Das Anlage-Umwelt-Verhältnis bei Peter Petersen"


Dissertationsprojekt

"Bildung und Religion bei Friedrich Gabriel Resewitz (1729 - 1806)"

Friedrich Gabriel Resewitz' (1729-1806) Antworten auf Frage nach der Notwendigkeit und Gestaltung bürgerlicher Erziehung fanden zur Zeit ihrer Entstehung wenig Anklang und gerieten vergleichsweise selten in den wissenschaftlichen Diskurs. Gerade jedoch im Hinblick auf Resewitz als Anhänger der Rationalistischen Theologie ist es lohnenswert, sich mit seinen Vorstellungen zur praktischen Neugestaltung religiöser Unterweisungsformen und den sich daraus ergebenden Konsequenzen für das moderne Religionsverständnis einerseits und für den Religionsunterricht andererseits auseinanderzusetzen. Unter Berücksichtigung der aufklärerischen Forderung nach dem "... Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit ..." (Kant, 1783) und der damit verbundenen Tatsache des Schwindens äußerer Autoritäten gerät die anthropologische Größe Erfahrung zur verlässlichsten Quelle, um Aussagen über die Wirklichkeit treffen zu können.

Im Verlauf des Forschungsvorhabens soll geprüft werden, ob die auf Erfahrung beruhende Idee der Wirklichkeitserfassung, innerhalb der Resewitzschen Erziehungs- und Bildungsvorstellung als vorgeordnete Instanz gekennzeichnet werden kann, um Religiosität für das Individuum als anlagebedingte Größe selbst rational erfahrbar zu machen bzw. sich selbst als religiöses (und somit ggf. naturhaft moralisches Wesen) zu erklären. Religion als solche würde somit von ihrem bisherigen schicksalhaften Charakter befreit werden, d.h. von ihrem traditionellem Verständnis einer äußeren Autorität hin zu einer anthropologischen Größe avancieren, die für das Individuum durch selbstreflexive Wahrnehmungsprozesse rational erklärbar wird. Angesichts der damit verbundene Akzeptanz seiner anlagebedingten Religiosität sieht sich der Mensch als Subjekt folglich der Notwendigkeit gegenübergestellt, religiöse Formierung als bewussten Entscheidungsprozess kritisch zu erleben.
   
Die Arbeit soll letztlich helfen, die These zu untermauern, dass innerhalb des 18. Jahrhunderts der entscheidende Impuls für das von Pluralität geprägte Religionsverständnis der Moderne gesetzt wurde. Der Aufklärungsgedanke geriet hier für das Subjekt zum Anlass, sich erstmals mit Religions- und Glaubensfragen kritisch auseinandersetzen zu müssen.

Veröffentlichungen

Friedrich Gabriel Resewitz: Ueber die Versorgung der Armen.
Neuherausgabe der Schrift von Kopenhagen, 1769.
Biografisch und thematisch eingeleitet von Ralf Koerrenz und Christan Walter.
Jena: IKS Garamond. 2011    

Schule als religiöser Bildungs- und Erziehungsraum:
Peter Petersen und der Jena-Plan
in: Zeitschrift für Pädagogik und Theologie. Der evangelische Erzieher.
Ausgabe: März 2010